Lehrerinnen- und Lehrerkonferenz der Berufsschulen

 

Vernehmlassung "Bildungszentren auf der

Sekundarstufe II, Teilprojekt Leistungsauftrag"

 

Die Lehrerinnen- und Lehrerkonferenz der Berufsschulen nimmt zu den gestellten Fragen wie folgt Stellung:

  1. Grundsätze
    1. Berufsfelder
    2. Die Entwicklung von Berufsfeldern ist zu begrüssen. Allerdings ist aus den Begründungen für die konkrete Zuteilung an die einzelnen Berufsschulen nicht ersichtlich, ob dies tatsächlich die optimalste und sachgerechteste Lösung darstellt.

      Messgrössen

      Die Aussage, eine Schule solle 1200 bis 2000 Lernende haben, ist zu wenig begründet. Sich einfach auf "wissenschaftliche Studien" zu beziehen, genügt nicht.

    3. BM-Standorte
    4. Die Einführung neuer BM-Standorte führt zu BM-Kleinstschulen. Eine gute BM-Ausbildung braucht eine gut ausgebaute Schule. BM-Kleinstschulen bieten keine Gewähr für eine seriöse Ausbildung.

    5. Chancen von Bildungszentren

    Die LKB begrüsst, dass mit Bildungszentren Erfahrungen gesammelt werden. Allerdings braucht es noch viel Zeit, bis die Erfahrungen ausgewertet werden können. Die LKB ist deshalb der Ansicht, erst die entsprechende Evaluierung lasse weitergehende Schlüsse zu, wie die Zusammenarbeit zwischen Berufsschulen und Mittelschulen bzw. zwischen gewerblich-industriellen und kaufmännischen Berufsschulen gestaltet werden soll. Es sollen echte Pilotprojekte geschaffen werden, ohne dass bereits das Ergebnis vorweggenommen wird.

     

  2. Einzel-Aspekte
    1. Die LKB vertritt grundsätzlich die Meinung, dass Berufsschulen einer staatlichen Trägerschaft bedürfen.

     

  3. Umsetzung
    1. Die neue Schulkreiseinteilung soll erst stattfinden, wenn Erfahrungen aus den Bildungszentren vorliegen. Es gibt keine Notwendigkeit, die Schulkreiseinteilung sofort zu ändern.
    2. Die neue Schulkreiseinteilung ist sehr zufällig. Sie erfüllt die Kriterien nicht, die die Autoren des Berichts selber vorgeben. Es werden keine klareren Berufsfelder geschaffen. Die Kosten der Umverteilung sind völlig ausgklammert.

     

  4. Allgemeine Bemerkungen

 

Die LKB vermisst, dass vor einer umfassenden Reform der Sekundarstufe II nicht eine umfassende Bildungsdiskussion geführt wird. Ein Reformprojekt braucht eine klare Zielsetzung

 

Die LKB vertritt klar die Auffassung, dass die 3 Pilotprojekte nun anlaufen und zu gegebener Zeit dann sauber ausgewertet werden müssen. Die BMS soll an den bisherigen Standorten bleiben. Allfällige Umteilungen sind erst dann vorzunehmen, wenn auch die Kostenseite evaluiert ist. Wenn es nur darum geht, einzelne Klassenbestände zu erhöhen und damit Geld zu sparen, so ist das keine Motivation für eine Umstellung. Die Berufsschulen brauchen keine Reorganisation, die vor allem Unruhe und keine sichtbaren Verbesserungen bringt.

Winterthur, 28. Februar 2001

Für den LKB-Vorstand:

Paul Lehmann

Tösstalstrasse 12

8400 Winterthur

prl@bluewin.ch