Die Arbeitszeitstudie zeigt es -

Wir arbeiten zu viel!

 

2119 Stunden im Jahr arbeiten wir an der Berufsschule - statt 1960 Stunden, wie es einer 42-Stunden-Woche des Staatspersonals entsprechen würde. Das sind mehr als 3 Stunden pro Woche zuviel.

Laut Studie ist die Arbeitszeit auf der Sekundarstufe I und II praktisch gleich lang. In der Presse wurden aber die grossen individuellen Unterschiede innerhalb der Schulstufen betont: "Wie viel Zeit die Lehrkräfte in die Arbeit investieren, hängt offenbar in erster Linie von der Person ab ..." (Prof. H. Forneck, zit. in der NZZ 2.11.00) Wir lehnen es ab, dass ein politisch-strukturelles Problem zum persönlich-individuellen gemacht wird!

Sind die Schlussfolgerungen aus der Studie richtig?

Der Schlussbericht liegt noch nicht vor, er ist für Ende November angesagt.

Der vpod fordert die Senkung der Pflichtstundenzahl für alle Stufen: Volksschule 24, Berufsschule 22 Lektionen und Mittelschule 2 Lektionen weniger für alle. Ausserdem gezielte Entlastung für Lehrkräfte, die an Innovationen mit arbeiten.

Wir bleiben dran!

 

Altersentlastung für Teilzeitbeschäftigte -

Versprechen nicht eingehalten

Eine wichtige Forderung der a.o. VV vom Mai 99 war Altersentlastung für Teilzeitbeschäftigte. RR Buschor machte hier eine klare Zusage. Der Antrag, auf Schuljahr 00/01 die MBVO zu ändern, ging schon nach dem Februargespräch zwischen Amt und Verbänden an die Bildungsdirektion. Im Oktober 2000 (!) widerrief Buschor seine Zusage. Ein Verstoss gegen Treu und Glauben!

 

 

Ueberführung ins neue Anstellungsrecht -

Transparenz fehlt

Unsere zweite Hauptforderung an der a.o. VV im Mai 99 war die Gleichstellung der bisherigen zwei Lehrerkategorien. Wir forderten: Für alle unbefristet angestellten Lehrkräfte 'gleicher Lohn für gleiche Arbeit'. Jetzt zeigt sich: Die Zweiklassengesellschaft an der Berufsschule besteht weiter!

Dem Vernehmen nach sind die Schulen daran, die mbA-Anstellung in Form von 40 zusätzlichen Pflichtstunden pro Jahr zu quantifizie-ren (KV-Schulen: 80 Stunden). Damit würde die Ueberführung in mbA-Anstellungen schleichend zu einer Arbeitszeiterhöhung missbraucht!

Vielen obA's wurden weniger Lektionen zugesichert, als sie effektiv unterrichten - das bedeutet: weiterhin Ungewissheit bezüglich Anstellungsgrad und Einkommen! Weiterhin Lehrkräfte, denen bei Bedarf das Pensum reduziert werden kann.

 

 

Arbeitsbedingungen verbessern -

statt Löhne flexibilisieren

Wieviele BerufsschullehrerInnen haben in letzter Zeit gekündigt?

An den Volksschulen sind es 9 %. Die Gründe sind vielfältig; sicher ist die Belastung zentral. Wie viele Kündigungen es an den Berufsschulen waren, konnte uns das Amt trotz mehrmaligem Nachfragen nicht mitteilen.

Weil es heute so schwierig ist, gute Lehrkräfte zu finden und zu behalten, sollen die Löhne flexibilisiert werden - so der Tenor. Wir finden: Die Arbeitsbedingungen müssen verbessert werden, d.h. die Mittel- und Berufsschulverordnung muss dringend nachgebessert werden.

 

 

Bildungszentren -

Durchlässigkeit auch für uns Lehrkräfte

Ein wichtiges Ziel von Bildungszentren ist es, auf der Sekundarstufe II die Durchlässigkeit für die Jugendlichen zu verbessern.

Das ist ein positives Vorhaben, sofern es nicht zur Sparübung verkommt und sofern es auch die beruflichen Perspektiven der Lehrkräfte verbessert, den Lehrberuf attraktiver macht, sprich: auch für Lehrkräfte auf der Sekundarstufe II die Durchlässigkeit erhöht.

 

 

Deshalb Einladung an alle Interessierten:

 

«Belastung, Arbeitszeit und Amtsauftrag - Schlüsse aus der Arbeitszeitstudie für die Berufsschulen»

Information und Diskussion am 14. Dezember, 19.30 Uhr, im Rest. Weisser Wind, Oberdorfstr. 20, 8001 Zürich.

 

Kontaktadresse: vpod zürich (Berufsschulen), Postfach, 8026 Zürich, Tel. 01/295 30 00

 

Der Forneck-Bericht kann unter www.bildungsdirektion.ch

abgerufen oder bei der Bildungsdirektion angefordert werden.