Lehrerinnen- und Lehrerkonferenz

der Berufsschulen des Kantons Zürich

Zürich, 25. April 1999

 

An die Medienredaktionen im Kanton Zürich

Nein zur Mittel- und Berufsschullehrerverordnung!

 

Sehr geehrte Dame

Sehr geehrter Herr

 

Im beiligenden Pressecommuniqué informiert die Lehrerinnen- und Lehrerkonferenz der Berufsschulen des Kantons Zürich (LKB) zusammen mit den Berufsschullehrer-Verbänden und der Gewerkschaft VPOD über ihre Kritik an der Anstellungsverordnung, die gegenwärtig in der Kantonsratskommission beraten wird.

 

Arbeitszeitverkürzung und gleiche Anstellungsbedingungen für alle unbefristet angestellten Lehrkräfte lauten die beiden Hauptanliegen, die ihre Vertretungen in der Vorarbeit zur Verordnung eingebracht haben, nun aber nicht verwirklicht sehen. Dies und weitere Rückschritte - sogar hinter die heute geltende Verordnung - brachte 7 Berufsschulen dazu, eine a. o. Vollversammlung aller Berufsschul-Lehrkräfte des Kantons Zürich zu verlangen. Eine solche findet zum ersten Mal statt, und zwar am Dienstag, 18. Mai, von 8.30 bis 11.45 Uhr.

 

Wir bitten Sie höflich, in Ihrem Medium darüber und über die Hintergründe zu berichten.

 

Für weitere Auskünfte und für Interviews stehen Ihnen gerne zur Verfügung:

Frau Dr. Margrith Gysel, Präs. LKB, Üetlibergstr. 8, 8142 Uitikon, Tel. 400 48 00, Fax 400 48 04

Frau Ursi Urech, VPOD, Eichbühlstr. 62, 8004 Zürich, Tel. und Fax 01 492 48 01

Herr Dr. Hans Huonker; LKB-Vorstand, Affolternstr. 409, 8105 Regensdorf, Tel. 01 840 41 70, Fax 840 15 21

Für die ausserordentliche Vollversammlung am 18. Mai, die einen ungewöhnlichen Anlass darstellt, erhalten Sie noch eine spezielle Einladung.

 

 

Mit freundlichen Grüssen,

 

Dr. Margrith Gysel, LKB-Präsidentin

 

 

 

Beilagen:

- Flugblatt, das an alle Lehrkräfte an den gewerbl.-ind. und kaufmännischen Berufs- und Berufsmittelschulen sowie der Mittelschulen im Kanton verteilt wurde.

 

- Persönliche Einladung an die a. o. Vollversammlung an alle obgenannten Lehrkräfte (ausser Mittelschulen).

 

Zürich, 25. April 1999

 

Pressecommuniqué

 

Nein zur Mittel- und Berufsschullehrerverordnung

Erstmals ausserordentliche Vollversammlung an den Berufsschulen

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An den gewerblich-industriellen und kaufmännischen Berufsschulen und Berufsmittelschulen gärt es.

Nach dem Volks-JA zum Personalgesetz vom letzten Herbst kommt jetzt die Verordnung mit den Anstellungsbedingungen dieser Lehrkräfte vor den Kantonsrat.

Doch einer langjährigen Forderung der Lehrerschaft nach Reduktion der Wochenpensen soll wieder nicht stattgegeben werden. (22 Lektionen für alle, d.h. nicht auf Kosten der Mittelschullehrerschaft). Dies trotz weitherum anerkannter Probleme an den Schulen durch überlastete Lehrkräfte (und durch jene, die sich gar nicht erst anstellen lassen!): Sehr lange Arbeitszeiten (im Durchschnitt 48 Stunden pro Woche laut neuer Untersuchung des LCH-Dachverbandes Schweizer Lehrerinnen und Lehrer), gestiegene Klassengrössen, Lehrplanreformen, neue Berufe, finanzpolitisch begründete Sparmassnahmen, Weiterbildungen usw.

Als mit dem Personalgesetz der Beamtenstatus fiel, wurde als Gegenleistung die Abschaffung der Kettenarbeitsverträge der Lehrbeauftragten und der unterschiedlichen Lehrerkategorien versprochen. Nach wie vor sollen nun aber - unter neuen Namen - drei verschiedene Lehrerkategorien mit unterschiedlichen Löhnen weiterbestehen (bei gleicher Ausbildung und gleicher Arbeit).

Zudem soll die Verordnung in zwei Teile aufgeteilt werden. Zentrale anstellungsrelevante Punkte sollen dem demokratischen Entscheid des Kantonsrates entzogen und vom Regierungsrat in alleiniger Kompetenz geregelt werden.

Die Bildungs- und die Finanzdirektion nehmen die angeblich schlechten Kantonsfinanzen zum Vorwand, um die Anstellungsbedingungen und damit die Unterrichtsqualität auf der Sekundarstufe II nachhaltig zu verschlechtern. Mit allen Folgen, die dies haben wird, denn leiden werden darunter vor allem die Lehrlinge und Lehrtöchter und die Berufsbildung insgesamt.

Die Lehrerschaft ist empört. Sie lehnt die Verordnung, wie sie nun an den Kantonsrat gehen soll, ab. Sie macht von ihrem Recht Gebrauch, an einer ausserordentlichen Vollversammlung ihre Forderungen und das weitere Vorgehen zu diskutieren und zu beschliessen. Diese findet statt am Vormittag des 18. Mai unter dem Motto «Anstellungsbedingungen von gestern an den Berufsschulen von morgen?».

 

Vorstand LKB