Aktion für faire Anstellungsbedingungen

an Zürcher Berufsschulen

ERNST - haft

 

Nr. 1 Sept. 99

Die LKB und die Verhandlungsdelegation haben verschiedene Strukturen mit je eigener Verantwortlichkeit. Die Verhandlungsdelegation stellt sich hier vor und informiert zu den laufenden Verhandlungen:

 

Verhandlungsdelegation:

Theres Bernegger, Margrith Gysel,

Willy Nabholz, Michael Schneider,

Ricardo Tognella, Annin Tschenett,

Ursi Urech

 

Editorial

Mehr als sieben magere Jahre sind genug! Wir erinnern uns - Mitte 1991 wurde die strukturelle Besoldungsrevision nach langer Vorarbeit in Kraft gesetzt. Ihr Hauptziel war, möglichst gerechte, der beruflichen Anforderung entsprechende, d.h. also faire Anstellungsbedingungen für das gesamte Staatspersonal zu schaffen.

 

Ende November 92 dann der Paukenschlag: Sistierung aller Stufenanstiege und praktisch vollständige Streichung des Teuerungsausgleichs! Dies bedeutete für die allermeisten der Beschäftigten nichts anderes als Reallohnabbau. Damit aber nicht genug. Durch diverse Verordnugs-Revisionen und Ausführungsbeschlüsse - zumeist immer verkaufl als Neuerungen und Modernisierungen - wurden Zulagen gestrichen oder gekürzt, Beitrage der BVK erhöht, Hausamtsentschädigungen gekürzt oder abgeschafft etc., etc. Diese zusätzlichen Verschlechterungen wurden meist schleichend eingeführt - plötzlich trautest Du deinen Augen kaum, Du bekamst immer etwas weniger - und auf Anfrage hin hiess es dann, es bestehe eben jetzt eine neue Regelung. Ein solches Vorgehen ist äusserst unfair und wenn dann noch die Sprüche vom faulen Beamten und den zu hoch bezahlten Lehrern mit zuvielen Ferien herhalten müssen, gleich doppelt! Oder haben allenfalls alle Volksvertreter geschlafen, als im Februar 91 der Kanlonsrat die strukturelle Besoldungsrevision verabschiedet hat?

 

Auf diesem Hintergrund ist der Protest der mehr als 1100 Berufsschullehrer zu sehen, die an der a.o. Vollversammlung vom 18. Mai klar ihrem Unmut Ausdruck gegeben und ein umfangreiches Forderungspaket verabschiedet haben. Uebrigens: es war das erste Mal überhaupt. dass eine a.o. Vollversammlung der LKB einberufen worden ist! Bezeichnend dabei, dass schon die Einberufung dieser a.o.V.V. da und dort zu rechten Verstimmungen geführt hat. Plötzlich war die artige LKB, die bei Bedarf als Mitsprache-Alibi herhalten musste, deren Anliegen in diesen schwierigen Zeiten von der Obrigkeit aber meist übergangen wurden, plötzlich also war sie selbständig geworden!

 

Und gar die Wahl einer Verhandlungs-Delegation und die Ankündigung eines Warnstreiks, falls die Anliegen der Berufsschullehrerschaft nicht ernst genommen würden, hat wohl das Selbstverständnis von Obrigkeit und einigen Schulleitungen arg erschüttert. Anders jedenfalls sind die ERNST-haften Ermahnungen, wir sollten doch bitte ja nicht unseren guten Ruf als Berufsschullehrer aufs Spiel setzen, nicht verstehen. Mit Verlaub, wovor hat man eigentlich Angst? Etwa davor, dass man einmal selber in der Schulstube beweisen müsste, wie einfach es doch sei, Schule zu geben? Oder merkt man langsam, dass die Oualität dieser Berufsschulen offenbar nur aufrechterhalten werden kann, wenn die Lehrerschaft weiterhin bereit ist, erhebliche Zusatz- und Gratisleistungen zu erbringen?

Michael Schneider.

 

Verhandlungen aufgenommen

Am vergangenen 22. Juni hat ein erstes Treffen der Verhandlungsdelegation mit Erziehungsdirektor Prof. E. Buschor und seinen Chef-Beamten stattgefunden.

 

Zu unserer Hauptforderung -Pensenreduktion- wurde eine breite Arbeitszeit-Studie in Aussicht gestellt; über das genaue Vorgehen wird Anfang September informiert.

 

Für die übrigen Forderungen wurde unsererseits eine Prioritätenliste erstellt.

 

Eine weitere Verhandlungsrunde hat am 10. September stattgefunden (wir berichten in der nächsten Ausgabe darüber!)

 

Deine ERNST-hafte Unterstützung

Wir wissen es, wir müssen uns stärker Gehör verschaffen! Gute Argumente allein helfen leider nicht weiter. Die Verhandlungsdelegation will deshalb ein Sekretariat auf die Beine stellen, das unsere Sicht der Dinge besser an Arnt, Behörden, Schulen und Öffentlichkeit hinaustragen kann; die Sekretariatsarbeit wird nach wie vor ehrenamtlich geleistet, jedoch für Drucksachen, Porti und Telefon ist ein Minimum an finanziellen Mitteln nötig. Zögert nicht lange, füllt untenstehenden Talon aus und sendet ihn mit Eurer Unterstützungszusage an die Verhandlungsdelegation - besten Dank!

 

Aus den Konventen

In dieser Rubrik sollen zukünftig wichtige Entscheide und Beschlusse in den einzelnen Schulen publik gemacht werden. Denn nur wenn wir auch gegenseitig informiert sind, können wir unseren Anliegen mehr Gewicht verleihen!

 

mbA-ag -- eine neue Anstellungs-Kategorie?

Auch viele Lehrbeauftragte leisten heute schon oft ."besondere Aufgaben", sei es für Hausämtcr, im Informatikbereich oder auch als Klassenlehrer, etc. Mit Fug und Rccht kann man sich fragen, was wohl bei der kommenden Ueberführung mit ihnen geschieht -- werden sie dann einfach zu mbA-ag = mit besonderen Aufgaben, aber gratis??

Ja, es ist nötig, dass wir uns mehr Gehör verschaffen!

 

 

Bereit sein

Da noch keine konkreten Verhandlungs-Resultate vorliegen, laufen die Vorbereitungen für Protestaktionen in der Oeffentlichkeit weiter. Die Verhandlungsdelegation hofft allerdings, dass eine solche Kraftprobe nicht nötig wird. 

 

Solidarität signalisieren

ich abonniere ERNST-haft Fr. 30. (ca. 6 Nummern pro Jahr)

ich werde Gönner p.a. Fr. 60.-(inkl. Abo)

Nachname:

Vorname:

Adresse:

PLZ:

Ort:


zukünftiger Status:
mba
oba

E-mailadresse:


 

ERNST-haft, Aktion für faire Arbeitsbedingungen an Zürcher Berufsschulen Sekretariat Ursi Urech Eichbühlstrasse 62 8004 Zürich

fax: 01- 452.48.01