ERNST-haft

Nr. 2 Nov. 99

 

VV LKB am 18. November: Grossaufmarsch erforderlich

Jetzt gahts um d'Wurscht!

MSCH/Was vor nun 6 Monaten an der ao. VV vom 18. Mai begann, als über 1'000 BerufsschullehrerInnen einen Forderungskatalog an die Bildungsdirektion verabschiedete'n, eine Verhandlungsdelegation wählten und ernsthafte Verhandlungen forderten, steht heute vor der Bewährungsprobe!

Getreu dem erhaltenen Auflrag hat die Verhandlungsdelegation sich an die Arbeit gemacht, sich intern organisiert, ein Sekretariat auf die Beine gestellt, um immer erreichbar zu sein und mit ERNST-haft ein Informationsmittel geschaffen. Auch das wichtigste Anliegen, Verhandlungen mit der Bildungsdirektion, wurde zielstrebig angegangen (siehe Rückseite).An zwei Verhandlungsrunden, an denen wir uns klar in der Sache aber flexibel im Vorgehen zeigten (wir erstellten eine Prioritätenliste), konnten noch keine konkreten Ergebnisse erzielt werden, wenn man davon absieht. dass eine Arbeitszeitstudie in Auftrag gegeben worden ist.

Zur klar abgemachten dritten Verhandlung im Oktober kam es nicht mehr: alle unsere Terminvorschläge wurden ignoriert!

Am 27. Oktober dann die briefliche Mitteilung von Regierungsrat Buschor, dass er mit uns nicht mehr verhandle! Zuständig dafür seien einzig die Vereinigten Personalverbände (VPV). Eine solche Haltung schlägt dem Fass den Boden aus, das können wir uns nicht gefallen lassen!

Antworten wir mit einer massiven Präsenz an der VV!

 

Altersentlastung für alle!

Unabhängig vom Beschäftigungsgrad wird allen Angestellten des Kantons eine anteilmässige Altersentlastung in Form von zusätzlichen Ferientagen zugesprochen. Auch in der Privatwirtschaft gelten zusätzliche Ferientage ab einer gewissen Altersgrenze als Selbstverständlichkeit. Bei der Berufsschullehrerschaft soll dies nach dem Willen des Regierungsrates anders sein. Für Lehrpersonen mit Teilpensen wird an der Regelung. der ersatzlosen Streichung der Altersentlastung aus Kostengründen, in der Vollzugsverordnung weiterhin festgehalten. Unangemessen einer modernen Personalpolitik erscheint das Ganze, wenn man sich vergegenwärtigt, dass ein Grossteil der Lehrerinnen und Lehrer, die an Berfsschulen unterrichten, nicht zu 100% angestellt sind. Die Regierung geht offenbar ungerührt davon aus, dass diese Teilzeitangestellten weiterhin ihr Sparopfer zu erbringen haben. Eine über das Stundenkonto jedes einzelnen abgerechnete prozentuale Altersentlastung - wie im Kommissionsentuurf vorgesehen - wäre nichts mehr als angemessen.

Theres Bernegger

 

Die ersten 4 Themen auf dem Tisch

Die am 18. Mai gewählte Verhandlungsdelegation hat im Gespräch mit Bildungsdirektion und Mittel- und Berufsschul-Amt 4 von 12 Forderungen dargelegt:

1. Revision der Mitsprache gemäss Personalgesetz (zB. Einsitz und Stimmrecht in Schulleitungsgremien, Einsätze der gewählten Vertretungen gelten als Arbeitszeit)

2. Altersentlastung auch bei Teilzeitanstellung

3. Lehrerweiterbildung teilweise während der Arbeitszeit (zB in % des Jahrespensums)

4. Gleiche Anstellungsbedingungen in Weiterbildung und Lehrlingsunterricht

 

Alle 4 Anliegen wurden zur Prüfung entgegengenommen, Handlungsbedarf bei 2. anerkannt. Entsprechende Angebote von Regierungsseite liegen noch keine vor, die Angabe von Fristen wurde abgelehnt.

 

Ursi Urech / Willy Nabholz

 

Stichworte aus der aktuellen Presse:

Missbräuchliche Kündigung einer Textilarbeiterin

Streikrecht: Bundesgericht schliesst rechtliche Lücke

Pflegepersonal im Streik

Wirkungsvoller Streik am Flughafen

Beamte protestieren gegen Leistungslohn

Streikrecht für Berner Staatspersonal

Demo gegen Lohnsystem

Gewerkschaft hat korrekt gestreikt

 

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Die Verhandlungsdelegation dankt ganz herzlich für die grosse Unterstützung

und lädt alle noch Unentschlossenen ein, sich auch an der Aktion zu beteiligen

 

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ERNST-haft, Aktion für faire Arbeitsbedingungen an Zürcher Berufsschulen
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